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Festbier

Festbier

Ein weiches, sauberes, helles deutsches Lagerbier mit einem mäßig starken Malzgeschmack und einem leichten Hopfencharakter. Geschicktes Gleichgewicht zwischen Stärke und Trinkbarkeit, mit einem Gaumeneindruck und Abgang, der zum Trinken anregt. Zeigt elegante deutsche Malzaromen, ohne zu schwer oder mastig zu werden.

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Ungefähre Farbdarstellung von Festbier4–6 SRM

Kennwertbereiche

Alkohol · ABV

5.8–6.3%

Bittere · IBU

18–25

Farbe · SRM

4–6

Anfangsdichte · OG

1.054–1.057

Enddichte · FG

1.010–1.012

Die Wertebereiche beschreiben einen Stil, kein einzelnes Bier. Die Farbe ist eine Näherung. Licht und Glasform beeinflussen den Eindruck.

Aussehen

Tiefgelbe bis tiefgoldene Farbe; sollte keine bernsteinfarbenen Reflexe aufweisen. Helle Klarheit. Anhaltender weißer bis gebrochen weißer Schaumstand. Die meisten handelsüblichen Exemplare sind von hellgoldener Farbe.

Aroma

Mäßiger Malzreichtum mit Betonung auf röstig teigigen Aromen und einem Eindruck von Süße. Geringe bis mittelstarke blumige, kräuterartige oder würzige Hopfennoten. Das Malz sollte keine stark geröstete, karamellige oder biskuitartige Qualität aufweisen. Sauberes Lagerbier Gärungsprofil.

Geschmack

Mittlerer bis mittelstarker Malzgeschmack, mit leicht geröstetem Brotteig und einem Eindruck von weichem Malzreichtum. Mittlere bis niedrige Bittere, im Gleichgewicht deutlich malzig. Gut ausgegoren und rezent, aber nicht trocken. Mittleres bis geringes blumiges, kräuteriges oder würziges Hopfenaroma. Sauberes Gärungsprofil. Der Geschmack ist hauptsächlich nach Pilsmalz, aber mit leichten Röstnoten. Die Bittere ist unterstützend, sollte aber dennoch einen malzigen, geschmackvollen Abgang ergeben.

Mundgefühl

Mittlerer Körper mit weicher, etwas cremiger Textur. Mittlere Karbonisierung. Der Alkoholgehalt ist kaum oder gar nicht als wärmend spürbar.

Anmerkungen

Dieser Stil stellt das moderne deutsche Bier dar, das auf dem Oktoberfest serviert wird (obwohl es nicht nur dem Oktoberfest vorbehalten ist, sondern auch auf vielen anderen „Festen“ zu finden ist) und wird manchmal Wiesn („die Wiese“ oder lokaler Name für das Oktoberfest) genannt. Der Name Festbier zeichnet diesen Stil aus, da Oktoberfestbier nach deutschen und EU-Vorschriften eine geschützte Bezeichnung für Bier ist, das in großen Brauereien im Münchner Stadtgebiet zum Verzehr auf dem Oktoberfest hergestellt wird. Andere Länder sind nicht an diese Regeln gebunden, daher produzieren viele Craft-Brauereien in den USA Bier namens Oktoberfest, das jedoch auf dem traditionellen Stil Märzen basiert. Kann Helles Märzen heißen.

Geschichte

Seit 1990 wird auf dem Oktoberfest in München überwiegend dieses Bier ausgeschenkt. Das speziell für die Vereinigten Staaten hergestellte Exportbier ist nach wie vor hauptsächlich bernsteinfarben, ebenso wie die in den USA hergestellten Interpretationen. Paulaner kreierte die goldene Variante Mitte der 1970er Jahre, weil sie das traditionelle Oktoberfest für zu mastig hielten. Also entwickelten sie eine leichtere, süffigere, aber immer noch malzige Version, die "pfundiger" sein sollte (so der Chefbrauer von Paulaner). Die Biersorte, die auf dem Oktoberfest ausgeschenkt wird, wird jedoch von einem Ausschuss der Stadt München festgelegt.

Typische Zutaten

Überwiegend Pilsmalz, aber mit etwas Wiener oder Münchner Malz, um die Malzigkeit zu erhöhen. Die Unterschiede zwischen den im Handel erhältlichen Bieren dieses Typs sind meist auf unterschiedlichen Ursprung der Malze und Hefen zurückzuführen, nicht auf größere Unterschiede in der Schüttung.

Stilvergleich

Weniger intensiv und weniger reichhaltig abgedarrt als ein Märzen. Kräftiger als ein Münchner Helles, mit etwas mehr Körper, Hopfen- und Malzaroma. Weniger malzbetont als ein Heller Bock. Die Malzkomplexität ähnelt einem tschechischen hellen Premium Lager mit höherem Kohlensäuregehalt, allerdings ohne dem dazugehörigen Hopfencharakter.